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Bürgerinformation zum Fünf-Sterne Hotel

03.12.10      Bericht des GAP Tagblatts

 

Bürgerinformation zum Fünf-Sterne Hotel

 

„Kein Raumschiff sondern ein Haus“

 

Das geplante Fünf-Sterne-Hotel zieht die Mittenwalder weiter in seinen Bann. Am Mittwochabend strömten wieder knapp 600 Interessierte in die TSV-Halle. Dabei gab Bürgermeister Adolf Hornsteiner weitere wichtige Details preis.

 

VON CHRISTOF SCHNÜRER

 

Mittenwald - Die Mittenwalder stehen hinter dem Hotelprojekt - zumindest diejenigen, die am Mittwochabend in die TSV-Halle gekommen waren. Und das waren nicht wenige: Knapp 600 Gemeindebürger hatten sich frühzeitig einen der begehrten Plätze gesichert. Für die Ausführungen der sechs Protagonisten Adolf Hornsteiner (Bürgermeister), Harald Kühn (Landrat), Dr. Jakob Edinger (Tourismus Experte), Patrick, und Peter Berrendorf (ID Projektentwicklungsgesellschaft) und Ralf Bues (Marktbaumeister) gab es viel, bisweilen lautstarken Applaus. Widerspruch regte sich in der dreistündigen Bürgerinformation keiner.

Nicht mal das Sprachrohr der Hotelgegner, Dietmar Küffler, meldete sich zu Wort. Der ehemalige Kurreferent soll den Saal sogar vorzeitig verlassen haben. Was Axel vom Brocke gar nicht schmeckte. Unter dem Punkt „Fragen aus der Bürgerschaft" eilte der Mittenwalder Rechtsanwalt vor ans Mikrofon und meinte: „Wo sind denn nun die Kritiker und stellen Fragen?" Dafür gab's den stärksten Beifall des Abends.

 

Viel beklatscht wurde auch die kämpferische Rede des Bürgermeisters. Dieser legte aufgrund ernüchternder Zahlen und Fakten dar, dass im Mittenwalder Haushalt unter anderem wegen drastischer Einbrüche beim Tourismus die Gemeinde Einnahmeverluste von jährlich 3,2 Millionen Euro zu verkraften habe. „Nicht zuletzt deshalb ist ein touristischer Leitbetrieb unabdingbar", betonte Hornsteiner. Auch zum Standort des geplanten Hotels gebe es keinen Plan B. Auch die so genannten Alternativen Latscheneck, Luttensee-Kaserne oder Tonihof kämen aufgrund umweltpolitischer, privatrechtlicher oder erschließungstechnischer Probleme nicht in Frage.

Gleichzeitig ging er mit den Hotelgegnern, die einen Bürgerentscheid anstreben, hart ins Gericht: „Es macht mich betroffen, dass uns latent unterstellt wird, wir verkaufen unser Tafelsilber. Das ist rational nicht mehr nachvollziehbar." Auch die moderne Fassade des Luxustempels verteidigte Hornsteiner nachdrücklich. „Jede Epoche hat ihren Baustil. Auch unsere Pfarrkirche hat ursprünglich mal ganz anders ausgesehen."

 

Rückendeckung erhielt der Rathauschef von seinem Marktbaumeister. „Wir bauen kein Raumschiff, sondern ein Haus", stellte Ralf Bues klar. Auch die Mär, der viergeschossige Hotelkomplex würde Anwesen an der Dammkarstraße massiv verschatten, versuchte er anhand von Fachgutachten zu entkräften. Mit Schatten habe vielmehr das Fünf-Sterne-Haus von der Südseite zu kämpfen. Deshalb der nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag von Bues: „Wir sollten über den Abbruch der Gebäude an der Bahnhofstraße nachdenken."

Auch das Schreckgespenst eines Betonklotzes verwies der Marktbaumeister ins Reich der Fabel und präsentierte einige modifizierte Entwürfe des Architekturbüros Walch aus Reutte. Diese zeigen ein Hotel mit ortsüblichen Materialien wie Holz und verputzten Fassaden. Auch der Tiroler Tourismusberater Dr. Jakob Edinger - als Eigentümer des Vier Sterne-Refugiums . „Das Kranzbach" tritt sozusagen in Konkurrenz zum Mittenwalder Projekt 2010 -wies auf die Vorteile einer Nobelherberge unterm Karwendel hin. Seine Botschaft: „Wir sind bereit, mit dem Mittenwalder Flaggschiff zu kooperieren."

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Kommentar von Michael.H | 17.03.2011

Als Urlauber aus Schleswig-Holst. kommen wir zu Ostern 2011 zum 23. Mal nach Mittenwald um unser Urlaubsgeld auszugeben. Sollte das Hotel im Ort gebaut werden, bekommt zukünftig ein anderer Alpenort unseren Zuschlag (und unser Geld).

Kommentar von Rene Scheumann | 19.12.2010

Na klar ist der Marktbaumeister voll hinter unserem Bürgermeister!
Er wird sich ja auch dadurch bereichern...
Bürger wacht endlich ALLE auf - dieses Hotel bringt NICHTS für Mittenwald!
Die Herren im Rathaus sollten lieber mal ein Attraktivitätsprogramm ausarbeiten, dass auch wieder unsere Gasthäuser,Pansionen, Hotels gefüllt werden!!!
Was sind wir nur für eine Gemeinde geworden, wenn man die vorhandenen fallen lässt und dafür ein Neubau setzt, das überhaupt nicht in den Ort gehört!!!
Bürger STEHT AUF und VERHINDERT dieses PROJEKT!!!