Fernsehbericht Capriccio
11.11.10 Fernsehbericht
Sendung Capriccio 22:30 Uhr
Was soll man dazu sagen bzw. schreiben? Wer diesen Bericht verfolgt hat, wurde mit polemischen und nichtssagenden Worten des Sprechers und ein paar schönen Aufnahmen von Mittenwald um 22:40 Uhr ins Bett geschickt. Das Fernsehen hätte sich diese Zeit sparen können. Keine aussagefähigen Information, keine aussagefähigen Stellungnahmen. Es ist unmöglich, in zwei Sätzen den Sachverhalt zu schildern.
Dem zuständigen Redakteur ist es aber leider möglich, neben den „werbeträchtigen Bildern“, alles nieder zu machen, was der Zukunft von Mittenwald dienen könnte. Es wäre zumindest angebracht gewesen, das „Für und Wider“ von den Beteiligten sachlich auf die Mattscheibe zu bringen.
Positive Argumente, der tatsächliche Sachverhalt und die Gegebenheiten vor Ort wurden durch eine ablehnende Haltung, durch kompetenzlose und polemische Kommentare völlig außer Acht gelassen. Ein trauriges Bild der Berichterstattung über ein für Mittenwald so wichtige Thema.
Liest man den Satz auf der BR-Seite unter Capriccio,
„Und: gibt es nicht längst genügend Wellness-Oasen im Oberland?“
dann weiß man, dass es um den Sachverhalt und um die Aufklärung durch das BR Fernsehen in diesem Beitrag nicht gerade gut bestellt ist. Wir hätten uns mehr Objektivität erwartet.
BDS Geschäftsstelle
(Dieser Beitrag wurde am 15.11.10 überarbeitet)
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Kommentar von Henning Biedermann | 17.11.2010
Sehr geehrter Herr Schandl,
besten Dank für die ausführliche Antwort und Darlegung Ihrer Argumente!
Ich möchte nur abschließend zu unserem Gedankenaustausch sagen:
Wir haben seinerzeit im Fall Berchtesgaden einem äußerst kritischen und heftig diskutierten Beitrag über die erste, wirklich misslungene Planung des Hotels Edelweiß einen zweiten folgen lassen, in dem wir zeigen konnten, wie die Gemeinde zusammen mit dem Investor und einem neuen Architektenteam zu einer wesentlich besseren Lösung gekommen ist. (Auch wenn der Bau aus meiner Sicht an dieser Stelle nach wie vor kein Gewinn für das Ortsbild ist. Hoffen wir mal, dass sich wenigstens die daran geknüpften Hoffnungen langfristig erfüllen.)
Es würde mich in der Tat freuen, wenn wir irgendwann über Mittenwald ähnliches (oder noch Besseres) berichten könnten.
Mit freundlichem Gruß,
Henning Biedermann
Kommentar von Schandl Josef | 16.11.2010
16.11.10
Sehr geehrter Herr Biedermann,
wir tragen unseren Disput öffentlich aus. Dies dient der Meinungsbildung und auch dem demokratischen Verständnis. Ich bin auch ein Verfechter der freien Meinungsäußerung insbesondere auch des freien Journalismus. Ich merke auch, dass Ihnen an unserer schönen Heimat viel gelegen ist. Das freut mich. Ich lese hieraus auch starke Gefühle. Ich spüre bei Ihnen den starken Hang gegen das Hotelprojekt.
Heilserwartung, wie Sie schreiben, ist nicht der richtige Ausdruck. Ich nenne es einen Entscheidungsprozess. Die Bevölkerung stimmt demnächst über die Zukunft Mittenwalds ab. Sie muss sich die Frage stellen: Was wollen wir eigentlich? Stillstand oder Fortschritt. Ich komme hierbei gleich schon mal auf Ihren Hinweis bezüglich „renommiertes Musikfestival“.
Wir vom Bund der Selbständigen haben bereits vor Jahren diese Forderung, in Verbindung mit unserem Ort prägenden Geigenbau gefordert und Vorschläge unterbreitet. Jahrelang haben wir für Veränderungen gekämpft und gestritten. Änderung der Bausatzung und Gestaltungssatzung, Änderung des Erscheinungsbildes im Ortskern (wie Sie richtig schreiben „Billigware“ ich sage dazu noch Basar), gefordert. Veränderungen sind aber nur möglich geworden und teilweise vollzogen, weil sich durch externen Druck, Entscheidungsträger und Bevölkerung Gedanken gemacht haben über die Zukunft. Wir haben durch ein „Raumstrukturelles Tourismusentwicklungskonzept“, das Professor Dr. Bausch vom Alpeninstitut GAP, durch unsere Initiative vorgeschlagen hatte, zumindest erreicht, dass ein neuer Flächenwidmungsplan erstellt wurde. Von Tourismusexperten vorgeschlagene „Leitobjekte“ können erst jetzt sinnvoll projektiert werden. Jetzt erst, hat man einen Überblick über zu schaffende Zukunftsobjekte im Tourismus. Jetzt erst kann man Weichen stellen.
Alpenwelt Karwendel: Auch hier verspüre ich bei Ihnen die Einstellung der Küffler-Fraktion. Eine fragwürdige Entscheidung, hier den Schwerpunkt zu setzen. Siehe den neuen „Unterkunftskatalog“. Diesen Weg zu gehen, war eine Entscheidung der Politik und der herbeigerufenen Berater. Nicht unbedingt der, der Bevölkerung. Mittenwald sollte trotzdem sein Alleinstellungsmerkmal herausstellen, in Verbindung mit der Region. Dann können Sie, Ihre Wanderfreunde und viele andere Urlauber damit wieder mehr anfangen.
Unterkunft finden: Hier scheiden sich die Geister. Auch ich habe mich schon über das Suchsystem gewundert und war verärgert. Verbesserung ist hier dringend notwendig. Ich hoffe die zuständigen Personen als auch der Kurdirektor lesen Ihre Darstellung.
Betreiber: Modernisierung in jeder Hinsicht wurde bereits von der alten „Regierung“ gefordert. Kategorisierung nach Sternen heißt hier das Zauberwort. Der Deutsche Urlauber will das so, er braucht Orientierung.
Dazu muss man aber auch die „Vermieterstruktur“ und die Geschichte der Vermieterbetriebe in Mittenwald kennen.
Und somit sind wir wieder bei den entscheidenden Fragen für die Zukunft. Wollen wir die totale Vermarktung des Ortes als Tourismuszentrum der Alpenwelt Karwendel, oder wollen wir nur ein beschaulicher Ort bleiben. Benötigen wir nur den Pilger von Auswärts, der durch den Obermarkt wandelt, dort ein Eis beim Italiener lutscht um dann wieder mit dem Bus in seinen Beherbergungsbetrieb zurück fährt (vergleiche Übernachtungszahlen). Oder wollen wir uns eine Tourismuskultur schaffen, neue Strukturen bilden, die es auch erlaubt, davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In Folge dafür zu sorgen, dass die Flucht aus Mittenwald ein Ende hat.
Hätten wir im Sommer nicht die Italiener, die auch in den besten Häusern von Seefeld Urlaub machen, würden die Geschäftsleute und deren Angestellte in der Hauptsaison noch massiver jammern. Was wäre, wenn wir die richtige Mischung zwischen zeitgemäßer Unterbringung und „regionaler Kultur“ versuchen zu verschmelzen?
Hier ist wie Sie richtig schreiben enormer Aufholbedarf angesagt. Lassen Sie uns damit beginnen, dass wir ein modernes Hotel mit der „örtlichen und regionalen Kultur“ eng verschmelzen. Das Zusammenwirken der einzelnen Komponenten, werden schnell zur Umgestaltung und zum Umdenken führen.
Kleine Hotels, Hotel-Boutiquen: Die Folge eines „Leitobjektes“ wird es nicht ausschließen, dass bestehende und vielleicht auch neue, sich dem internationalen Standard anpassende Beherbergungsbetriebe in der 3-4* Kategorie anschließen.
Auch die Einzelhändlerbetriebe werden sich verändern, verändern müssen. Der Umdenkungsprozess geht hierbei aber leider zu langsam und zu träge. Wir vom BDS wissen, was hier notwendig wäre. Man müsste uns nur zuhören und Fortbildung annehmen.
Kultur-Wirtschaft auch für uns von großer Bedeutung. Ob wir unbedingt rasende, junge Mountainbiker als 2 Tagesurlauber benötigen ist zu hinterfragen. Der 50 plus Gast war bislang unser bester Gast. Wir haben landschaftlich für beide Gästezielgruppen ausreichend Möglichkeiten zur Erholung und „Aktion“. Kultur muss hier noch weiter integriert werden. Sie betonen dies in den vorgestellten Zahlen. Ein Wegweiser der verfolgt werden muss.
Sehr geehrter Herr Biedermann, vielleicht gelingt es uns die „touristische Kernschmelze“ gemeinsam voran zu bringen. Vielleicht trägt unsere Konversation dazu bei Minus- und Plus-Pole zum gemeinsamen Antrieb zu verbinden und damit Zukunft für Mittenwald zu schaffen.
Vielleicht werden Sie dann einen Bericht im Fernsehen bringen, der unsere Gemeinsamkeiten herausstellt, nicht die Trennung. Dazu sollten Sie dann auch wieder nach Mittenwald kommen.
Gruß aus dem beschaulichen, verträumten Mittenwald
Josef Schandl
BDS-Ortsverband Mittenwald
Kommentar von Henning Biedermann | 15.11.2010
Sehr geehrter Herr Schandl,
danke für Ihre Antwort! Sowohl der rapide Einwohnerschwund Mittenwalds als auch die Übernachtungsrückgänge sind mir durchaus bekannt. Mir ist auch nicht entgangen, welche großen Hoffnungen die Bevölkerung mit diesem Hotelprojekt verbindet.
Was mich beunruhigt – und das nicht nur im Fall Mittenwalds – ist die mitunter geradezu messianische Heilserwartung, die in ein solches Objekt projiziert wird, für die dann gerne manche Grundsätze, wie z.B. Ortsgestaltungssatzungen, über Bord geworfen bzw. „passend“ gemacht werden.
Und man fragt sich als Außenstehender dann schon, wie und warum ein Fünf-Sterne-Hotel plötzlich die Probleme lösen soll, die in Mittenwald (und vielen anderen Gemeinden im deutschen Alpenraum) schon seit Jahren im Argen liegen:
Ich habe in meinem Freundeskreis – alles Bergwanderer, Bergsteiger, Langläufer und Skifahrer, von denen viele gerne im Karwendel unterwegs sind, eine kleine Umfrage gemacht, ob auch nur einer weiß, was sich hinter dem Begriff „Alpenwelt Karwendel“ verbirgt. Niemand. Ich habe es auch erst während dieses Beitrags gelernt - und bin oft in Ihrer Gegend.
Was findet man momentan, wenn man auf diese Seite klickt? Als erstes die Revisionszeiten der Bergbahnen. Botschaft: „Bei uns ist eh alles zu.“ Von den anderen Mängeln dieser Seite gar nicht zu reden…
Die Gemeinde wünscht sich neue, jüngere Gäste? Gut. Wie buchen die heute? In der Regel online. Ich suche ein Zimmer für zwei Personen vom 15.-22.1.2011. Ich bekomme dazu ganze a c h t online buchbare Angebote in allen Kategorien in Mittenwald. Ich versuche es vom 12.-19.2. – wieder nur acht. Probieren wir es mal im Hochsommer, 9.-16.7. - diesmal nur ganze sechs Angebote! In einem Ort mit 600 Beherbergungsbetrieben und über 5000 Betten!
Wohlgemerkt habe ich schon von Samstag bis Samstag gesucht, da die meisten Vermieter herzlich unflexibel reagieren, wenn jemand zufällig von Mittwoch bis Mittwoch ein Quartier sucht. Oder noch schlimmer: Nur zwei Nächte. (Ich habe in Mittenwald schon freiwillig drei Nächte bezahlt, um zwei bleiben zu dürfen.) Ganz zu schweigen von einer! Da muß man dann schon zu den gastlicheren Österreichern hoch in die Leutasch fahren.
Ich habe mit Rücksicht auf die Betreiber darauf verzichtet, in dem Beitrag einige Internetseiten zu präsentieren, die zeigen, was dem Urlauber in Mittenwalds Pensionen und Hotels zum nicht gerade kleinen Teil so angeboten wird. Zugegeben: Die Unterstützung solcher Betriebe durch Bundesregierung und Freistaat war jahrzehntelang eine Katastrophe, die fehlende Modernisierung sicher auch ein finanzielles Problem. Mit Sicherheit aber auch ein mentales. Nämlich die Haltung: „Passt scho!“ Wenn diese Wirtsleute ein anderes, jüngeres, zahlungskräftigeres Klientel haben wollen, dann sollten sie vielleicht doch mal damit anfangen, die Hirschgeweihe von den Wänden zu hängen, die Marienbilder über den Betten abzunehmen, die Lampenschirme zu wechseln, ein vernünftiges Frühstück anzubieten etc. Die vielen, vielen Sessel Baujahr 65, die mir immer wieder auf diesen Fotos begegnen, die müssten sich doch nun wirklich schon längst amortisiert haben. Da wird es doch bei IKEA sicher irgendeinen Ersatz geben?! Kann ja sein, dass das überhaupt nicht der Geschmack des Vermieters ist, aber er sollte sich doch mal überlegen: Wie wohnt denn mein Gast gerne? Ich habe sehr oft den Eindruck, es fehlt völlig das Interesse, sich damit auch nur ansatzweise auseinanderzusetzen.
(Davon abgesehen: Wer sagt denn, dass alle Besucher den Hauch der Sechziger, der über vielen Pensionen liegt, nur furchtbar finden? Angesichts der grassierenden Retrowellen könnte man ja sogar solche Quartiere mutig als „Kult“ und „Urlaub machen wie im Wirtschaftswunder“ bewerben, anstatt sich dafür zu schämen. Was glauben Sie, was das für ein Pressecho gäbe: „Endlich mal neue Ideen…“)
Zur gastronomischen Qualität Mittenwalds kann ich wenig sagen, da ich hier schon zu oft vor geschlossenen Türen gestanden habe. An den zwei Drehtagen aßen wir einmal bei einem sehr guten Italiener, während uns in einem „Traditionsgasthof“ das mit Abstand fadeste Blaukraut zum Schweinsbraten serviert wurde, dass wir jemals in Bayern gekostet haben. Immerhin war die Bedienung freundlich, was ja auch schon keine Selbstverständlichkeit ist.
Der wunderbare Obermarkt: verunziert durch die Billigangebote vor den Läden, die den Touristen die Fotos von der vermeintlich intakten Alpenidylle verderben. Die schönen renovierten Häuser im Gries und dann der unsägliche Zugang in den Kurpark Puit: links Mülltonnen, rechts Verbotsschilder – alles nur Kleinigkeiten, aber sie summieren sich. Braucht es wirklich erst ein Fünf-Sterne-Hotel, damit ein Ruck durch Mittenwald geht?
Davon abgesehen: Sie wissen so gut wie ich, dass ein Betrieb in dieser Kategorie wirklich nur dann funktioniert, wenn der Standort, das Konzept und der Betreiber stimmen. Der Standort erscheint mir nicht ideal, das Konzept oder irgendein Alleinstellungsmerkmal konnte mir der Bürgermeister nicht überzeugend erklären, dass der Investor noch immer nicht genannt wurde, wird selbst auf Ihrer Seite bemängelt. Ich wünsche Ihnen sehr, dass es keine jener Hotelketten wird, die in Bayern schon andere Häuser in dieser Kategorie gegen die Wand gefahren haben.
Viel mehr würde ich wünschen, dass es dem Ort gelänge, einen oder mehrere Investoren aufzutreiben, die mit einem wirklich originellen und ausgereiften Konzept ein oder zwei kleinere Boutique- bzw. Designhotels bauen, die sich besser ins Ortsbild fügen würden, als eine Bettenburg mit 120 Zimmern. Sicherlich eine noch größere Herausforderung, aber auch dafür gibt es international einen Trend mit sehr erfolgreichen Beispielen.
Erlauben Sie mir schließlich noch, auf Ihre Bemerkung zum Thema Kultur einzugehen:
Kultur wird in Deutschland seltsamerweise noch immer als ein Luxusgut betrachtet, welches man sich eigentlich gar nicht richtig leisten kann, oder erst wenn die Infrastruktur stimmt, wie Sie schreiben.
Die Kulturwirtschaft ist nach dem Maschinenbau und der Automobilindustrie die drittgrößte Branche der Bundesrepublik mit einem Jahresumsatz von 132 Milliarden Euro, was 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Fast eine Million Menschen sind in dieser Branche beschäftigt, deren Bruttowertschöpfung 63 Milliarden Euro beträgt oder 2,5 Prozent der Gesamtwirtschaft. Tendenz leicht steigend.
Vor diesem Hintergrund sollten Sie in Ihrem Verband vielleicht auch einmal darüber diskutieren, welche kulturellen Angebote in Mittenwald eine positive Auswirkung auf die Infrastruktur haben könnten. Warum es in einem Ort, der wegen seiner Geigenbaukunst weltweit einen solchen Ruf genießt, bis heute kein renommiertes Musikfestival mit dem entsprechenden Publikumsandrang gibt, sondern „nur“ einen Geigenbauwettbewerb mit – pardon – sehr dürftigem Musikprogramm, das erschließt sich mir nicht ganz. Und sagen Sie jetzt nicht: „Ja wer kommt schon wegen so etwas zu uns aufs Dorf?“ Die Oberammergauer haben auch mal klein angefangen.
In diesem Sinne – mit den besten Wünschen für Mittenwalds Zukunft und freundlichem Gruß,
Henning Biedermann
Kommentar von Schandl Josef | 15.11.2010
Sehr geehrter Herr Biedermann,
mit Ihrer Einschätzung bezüglich meiner Erregung gebe ich Ihnen Recht. Ich gebe Ihnen auch Recht, dass dadurch meine Orthographie, Satzbau und guter Ausdruck etwas entglitten sein mögen. Ich habe aber auch nicht erwartet, dass ich einen Pokal für meine Äußerungen erhalten werde. Glauben sie mir aber bitte, das "Volk" hat verstanden was ich meine. Orthographie kann man verbessern, weiterhin wirtschaftlichen Schaden einstecken, kann sich Mittenwald und seine Bürger nicht mehr leisten.
Zur Sache, um nur zwei Beispiel zu nennen: Wir haben seit 1990 ca. 45 % Einbußen an Übernachtungen. Wir haben von ca. 9.500 Einwohnern (90iger Jahre), im Jahr 2010 noch ca. 7400 zu verzeichnen. Tendenz weiter sinkend. Wie sich das in der Kaufkraft und Arbeitsplätze für Mittenwald auswirkt, können Sie sich ausrechnen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und hausgemacht.
Kultur ist etwas Besonderes. Sie muss sich aber auch in die zeitlichen Gegebenheiten einbauen lassen. Sie ist für Mittenwald wichtig. Das haben Sie auch gezeigt. Um diese Kultur aber auch zu leben, zu pflegen und daraus wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen, ist eine ausgefeilte Infrastruktur von Wichtigkeit.
Von schönen Fassaden und Straßenzügen allein kann keiner herunter beißen und davon leben.
Und gottlob ist Ihre Sendung keine Nachrichtensendung. Mittenwald wurde schon genügend durch den Dreck gezogen. Vielleicht sind wir mittlerweile sensibel geworden.
Bedanke mich für Ihre Kritik.
Josef Schandl
BDS Ortsverband Mittenwald
Kommentar von Henning Biedermann | 13.11.2010
Sehr geehrter Herr Schandl,
wie ich ihren Äußerungen sowohl auf dieser Seite als auch auf Merkur online entnehmen kann, hat sie der Capriccio-Beitrag ganz offensichtlich so stark erregt, dass Ihnen darüber Orthographie, Satzbau und guter Ausdruck etwas entglitten sind. Möglicherweise haben Sie die Sendung zum ersten und - wie ich befürchte - auch zum letzten Mal gesehen. Deshalb nur zur Erläuterung: Capriccio ist keine Nachrichtensendung, sondern ein Kulturmagazin, das sich eine eigene Meinung erlaubt und mit dem Mittel des Kommentars arbeitet. Der ist im Mittenwald-Beitrag sehr pointiert ausgefallen, lässt aber mit Sicherheit nicht, wie von Ihnen behauptet, „den tatsächlichen Sachverhalt und die Gegebenheiten vor Ort völlig außer Acht“.
Wenn Sie mir bei Gelegenheit den „Blödsinn“ bzw. die „Katastrophe“ des Beitrags nochmals in sachlichen Worten erläutern möchten, können Sie das gerne schriftlich oder auch telefonisch tun.
In einem Punkt muss ich Ihnen Recht geben: Der von Ihnen beanstandete Satz auf unserer Internetseite ist genauso fragwürdig wie das Mittenwalder Hotelprojekt, stammt allerdings nicht aus meiner Feder.
Mit freundlichem Gruß,
Henning Biedermann
henning.biedermann@brnet.de
0172-3569332