In einem Atemzug mit St. Moritz
02.12.10
Tagblattbericht Fünf-Sterne-Hotel Mittenwald
In einem Atemzug mit St. Moritz
Das Geheimnis ist gelüftet: Die ID Projektentwicklungs GmbH aus Berlin wurde am Mittwoch in Mittenwald als Investor des geplanten Fünf 5terne-Hotels vorgestellt. Dieses Unternehmen verfolgt ehrgeizige Ziele.
VON CHRISTOF SCHNÜRER
Mittenwald -- St. Moritz, Saas Fee - mit diesen mondänen Schweizer Tourismusorten soll sich Mittenwald irgendwann einmal messen können. Das ist die Vision und der Anspruch von Peter Berrendorf (60). Am Mittwochabend teilte der Projektmanager von der ID Projektentwicklungsgesellschaft seine Botschaft den rund 600 gespannten Zuschauern in der vollbesetzten TSV-Halle via Skype (Internet-Telefon) mit.
Nun also hat Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) die Katze aus dem Sack gelassen und den vielfach geforderten Namen des Investors für das geplante Fünf-Sterne-Hotel zwischen Bahnhof- und Dammkarstraße preisgegeben. Zwar konnte der Rathauschef seine Partner nicht, wie angekündigt, leibhaftig präsentieren - alle Flüge von Berlin nach München wurden wegen schlechten Wetters gestrichen -, dafür gab's in der altehrwürigen TSV-Halle eine Premiere: Peter Berrendorf und sein Sohn Patrick lachten via Internet auf der riesigen Leinwand von der Bühne herab.

Patrick Berrendorf
ist nach eigener Aussage
der „kreative Kopf". FOTOS: FKN
Dorthin starrte gebannt das Mittenwalder Publikum. Es wurde mucksmäuschenstill, als zunächst Patrick Berrendorf (27) das Wort ergriff. Der angehende Hotelmanager fungiert als Geschäftsführer der ID Projektentwicklungs GmbH. Diese Firma möchte gemeinsam mit ihren Gesellschaftern und ihrem Team (unter anderem die Münchner Wirtschaftsanwälte Quiring, Simon & Frick sowie das Architekturbüro Walch in Reutte) das millionenträchtige Vorhaben umsetzen. „Bei uns halten sich Vernunft und Gewinnstreben die Waage", betont Peter Berrendorf gegenüber dem Tagblatt. „Ziel ist eine langfristig erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung des Hotels und der Destination Alpenwelt Karwendel und der Zugspitzregion."
Hehre Worte, doch wie will der Manager. des IT-Weltkonzerns IBM dieses 45-Millionen-Projekt schultern? „Wir haben weitgehend Eigenmittel der Gesellschafter", teilt der Berliner mit. Ohne weiter ins Detail zu gehen, spricht der Diplom-Betriebswirt von „Beziehungen". Eines ist jedenfalls klar: Begonnen werde erst, wenn das Geld tatsächlich bereit liegt.
Und davon brauchen Patrick - nach eigener Aussage der „kreative Kopf" - und Peter Berrendorf jede Menge. Legt man nämlich den Bodenrichtwert in Mittenwald zugrunde, müssen sie mindestens 400 Euro pro Quadratmeter für das 1,1 Hektar große Grundstück berappen. Das allein wären schon 4,4 Millionen Euro. Ganz zu schweigen von dem Luxushotel mit seinen 100 Doppelzimmern, 20 Suiten, 1300 Quadratmeter Spabereich, Haute Cuisine, 900-Plätze-Theater, Sky-Lounge sowie Innen- und Außenpool.
Den künftigen Betreiber wollen die Berrendorfs „aus Wettbewerbsgründen" noch nicht nennen. Keinesfalls solle der Nobeltempel zum „Abschreibungobjekt" verkommen, versichert Peter Berrendorf. „Wir wollen schließlich auch in Zukunft über den Obermarkt gehen können, da die Familie in Wallgau ihren Wohnsitz hat und die Region auch privat sehr schätzt."
Warum gehen die Berliner in Bayern überhaupt ein so hohes finanzielles Risiko ein? „Weil wir uns Renditechancen ausrechnen", unterstreicht der IBM-Manager. Ein ähnliches Vorhaben existiere in Mittenwald nämlich nicht. „Somit müssen, wir mangels entsprechender Grundstücke auch nicht mit Konkurrenz Projekten rechnen."

Die Vertreter der ID Projektentwicklungsgesellschaft, die sich am Mittwochabend bewusst volksnah gaben („Wir sind keine Leute aus Abu Dhabi oder Moskau"), erhoffen sich bei einer 65-prozentigen Hotel-Auslastung einen Jahresumsatz von 12 bis 13 Millionen Euro. Gleichzeitig sollen bis zu 140 Arbeitsplätze unterm Karwendel geschaffen werden. „Das Ganze wirkt auf Mittenwald wohl wie ein Komet, der vom Himmel fällt", sinniert Peter Berrendorf gegenüber dem Tagblatt. Seine Vision, mit dem Lichtjahre entfernten St. Moritz gleichzuziehen, ist ein Stück realer geworden. „Auch wenn wir die Juweliere dazu noch nicht haben."
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Kommentar von Krause | 13.12.2010
Peter Berrendorf sitzt im Vertrieb bei IBM als Vertriebsbeauftragter, ist dort tätig und kein Manager.